Psychische Energie

Ausgangspunkt meiner Theorie zur psychischen Energie ist einerseits das Forschungsfeld Hochsensitivität (auch: Hochsensibilität; wiss: Sensory Processing Sensitivity) und andererseits das Feld wissenschafts- und erkenntnistheoretischer Grundsatzfragen, Systemtheorien, Bewusstseinswissenschaften und auch der Physik, um einige Bereiche zu nennen. 

Ich werde im Folgenden zunächst die Problemlage beider Gebiete kurz skizzieren, um daraus meine Lösungsansätze zu entwickeln. 

Die Problemlage

Hochsensitivität

Hochsensitivität (auch: Hochsensibilität) ist ein junges Forschungsgebiet innerhalb der Psychologie, welches zwar populärwissenschaftlich große Akzeptanz genießt, innerhalb der Scientific Community jedoch nur eine untergeordnete Rolle spielt.

In meinen Arbeiten Das Phänomen Hochsensitivität und der Zusammenhang mit AD(H)S: eine kritische Reflexion (2008) und Der N-Faktor: Hochsensitivität und Persönlichkeit (2014) habe ich mich mit einigen offenen Fragen auseinander gesetzt, z.B.:

  • Was steckt hinter dem Konstrukt Hochsensitivität?
  • Wie ist der Zusammenhang zum AD(H)S?
  • Sind neben der Herleitung als fundamentale Überlebensstrategie die Arbeiten von Grey (BIS / BAS) zentral? Und wenn ja, lässt sich der Bogen zum Sensation Seeking (Zuckerman) wirklich spannen?
  • Wie hängt Hochsensitivität mit Hochbegabung zusammen?

Diese exemplarisch aufgeführten Fragen führten mich dazu Hochsensitivität als intuitive Wahrnehmung / vernetztes Denken anzusehen. Eine weitere Problematik zeichnete sich jedoch ab, denn zentrale Themen der Hochsensitivität sind Gefühle, Emotionen, Intuitionen, Empathie, Präkognitionen und auch sogenannte außersinnliche Wahrnehmungen (ASW / Extrasensory Perception). Weiterhin spielt  das Unbewusste im Falle intuitiver Wahrnehmung eine erhebliche Rolle, aber diesen Themen kann die akademische Psychologie in letzter Instanz keine Rechnung tragen, denn Wissenschaft beruht auf dem newton-descartschen System, welches den Menschen als Maschine sieht. Oftmals wird in diesem Zusammenhang auch von einem mechanistischen Weltbild gesprochen. 

 

Fazit: Immer dann also, wenn es um zutiefst menschliche Eigenschaften geht, stösst die wissenschaftliche Psychologie an ihre Grenzen, denn wir Menschen -Hochsensible umso mehr- unterscheiden uns genau wegen dieser Eigenschaften von Maschinen und die Rechnung geht letztlich nicht auf! 

Psychologie

Psychologie ist eine junge Wissenschaft und ihr Geburtsjahr ist um 1879 durch die Gründung des ersten psychologischen Laboratoriums durch Wilhelm Wundt in Leipzig anzusetzen. Die Psychologie ist also knapp 140 Jahre alt und das ist verglichen mit der Physik, die auf stolze 500 Jahre zurückblicken kann, sehr jung. 

Der Psychologie fehlen aus diesem Vergleich heraus ca. 360 Jahre Forschung, um auf dem gleichen Stand zu sein und was sich recht nüchtern ließt, hat jedoch eine große Bedeutung.

 

360 Jahre Forschung bedeuten in der Physik bahnbrechende Erkenntnisse und völlig neue Vorstellungen von der Welt. Als Isaac Newton die Gravitation einführte war die Welt keine Scheibe mehr und als Albert Einstein die Relativitätstheorie entdeckte, war die Welt in Raum und Zeit keine statische Größe mehr. Die moderne Quantenphysik revolutionierte unser Weltbild erneut und das alles ist in der Psychologie noch nicht passiert!

 

Ich möchte die Psychologie vor Newton vielleicht um 1670/80 datieren, denn große Zusammenführungen, wie Behaviorismus  mit Kognitivismus, sowie Tiefenpsychologie sind noch nicht erfolgt. Die Strömungen stehen sich relativ konträr gegenüber,  während die Tiefenpsychologie sich streng akademisch noch nicht einmal darstellen lässt.

 

Anders herum gerechnet und in die Zukunft geschaut wäre schätzungsweise um 2380 die Psychologie auf dem heutigen Stand der Physik, d.h. unsere Erkenntnisse der menschlichen Psyche stecken auf jeden Fall noch in den Kinderschuhen.

Für die Physik -und die in letzter Zeit vielzitierte Quantenphysik- bedeutet es, dass der Anschluss von Quantenphysik zum "Beobachter" noch in weiter Ferne liegt.

Plädoyer für das Schopenhauer-System

Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat die westliche- mit der östlichen Sichtweise zu einem Doppelsystem vereinigt und damit die Gegensätze in einen Zusammenhang gebracht. 

Das Schopenhauer-System ist eine ergänzende, nicht ersetzende! holistische und mehrdimensionale Betrachtungsweise der Psychologie als Bewusstseinswissenschaft und es ist völlig legitim ein System zu tauschen, insofern eine Herleitung aus dem "alten" System erfolgt.

Hochsensitivität (Hochsensibilität) als intuitive Wahrnehmung stellt nach meinen Arbeiten eine derartige Herleitung dar. 

Fortsetzung folgt...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0