Der N-Faktor: Hochsensitivität und Persönlichkeit Eine Studie

2013 führte ich die bis dahin größte Studie mit einer Probandenzahl von 5500 VP zum Thema Hochsensitivität durch. Ich hatte dies als Dissertation geplant.

Dabei interessierte mich besonders das Konstrukt von SPS (Sensory Processing Sensitivity) und die Frage, was Hochsensitivität wirklich meint.

 

 

Research Report (nur noch im Rahmen meiner Fortbildungen erhältlich)

Birgit Trappmann-Korr. Der N-Faktor: Hochsensitivität und Persönlichkeit
Das Buch zur Studie

 

Anhand einer Befragung hochsensitiver Menschen, die online im Internet durchgeführt wurde, ist der Zusammenhang von Hochsensitivität und Persönlichkeitseigenschaften abgefragt worden. Die Fragen konzentrierten sich dabei um das Gegensatzpaar Sensing vs. Intuition im Sinne des MBTI. Im Ergebnis konnte gezeigt werden, dass Sensory-Processing Sensitivity (SPS) hoch mit N im Sinne des MBTI korreliert und viele Hinweise dafür sprechen, dass SPS mit intuitiver Wahrnehmung (N) identisch ist.

 

Weitere Informationen zum ursprünglichen Report

Intuitive Wahrnehmung / Vernetztes Denken

Geht man davon aus, dass es sich bei dem Konstrukt von SPS von Aron (1997) um intuitive Wahrnehmung (N im MBTI) handelt, dann ist dies in einem ersten Schritt großartig, denn es handelt sich dabei um ein recht etabliertes Konstrukt innerhalb der Psychologie!

Dies war auch ein wichtiger Grund für meine Untersuchung. Vor dem Hintergrund nämlich, dass SPS zwar populärwissenschaftlich große Akzeptanz genießt, ist dies jedoch in der Wissenschaft eher nicht der Fall und SPS spielt eher eine untergeordnete Rolle, um es vorsichtig zu formulieren.

Trotzdem - der N-Faktor als intuitive Wahrnehmung ist für die derzeitige akademische Psychologie eher als "Enfant terrible" zu bezeichnen. Während beispielsweise das Gegensatzpaar "Introversion" und "Extraversion" vor allem im mainstream der Big five liegt und anerkannt wird, ist dies mit dem 2. Gegensatzpaar des MBTI schon nicht mehr so leicht. 

Es findet sich auch vergleichsweise wenig Literatur, obwohl es sich dabei "um den größten Unterschied -neben Mann und Frau- den es zwischen den Menschen geben kann" (Prof. David Keirsey) handelt. 

 

Steigt man weiter ins Thema ein, dann gelangt man zwangsläufig in das Gebiet der Bewusstseinswissenschaften und hier wird es recht komplex. 

Dies ist jedoch nach meinem Dafürhalten dringend notwendig, möchte man das Konstrukt Hochsensitivität als normales Persönlichkeitsmerkmal ohne pathologischen Bezug betrachten.