Irlen Syndrom

Das Irlen Syndrom (auch: Meares – Irlen Syndrom) ist eine optische Sensitivität und erzeugt visuellen Stress. Oftmals treten Schwierigkeiten beim Lesen auf, aber auch Lichtempfindlichkeit und regelrechte visuelle Wahrnehmungsstörungen sind typisch für das Irlen Syndrom.

Es ist davon auszugehen, dass beispielsweise 50% aller Lese-Rechtschreibschwächen auf visuelle Verarbeitungsproblematiken zurückzuführen sind.

 

Wir sind für das Meares - Irlen Syndrom als Hochsensitivität/Hochsensibilität zentraler Ansprechpartner in Deutschland und bilden in Kürze Diagnostiker für optische Sensitivität aus. Wir geben Fortbildungen beispielsweise für Ärzte, Optiker, Schulpsychologen, Beratungsstellen, Lern- und Ergotherapeuten, die sich näher mit den optischen Auswirkungen der Hochsensibilität und ihrer Möglichkeiten beschäftigen möchten.

Hochsensibilität und Irlen Syndrom

Hochsensibilität/Hochsensitivität (wiss: Sensory Processing Sensitivity) hat mit Verarbeitungsprozessen im Gehirn zu tun, es beschränkt sich nicht nur -wie vielfach angenommen- auf das umgangssprachliche "sensibel-sein" im Sinne einer vermehrten Emotionalität (mehr dazu hier).

Hochsensitivität (HS) beschreibt, wie Daten (Reize) aufgenommen, weiterverarbeitet und interpretiert werden. Diese Besonderheiten der Wahrnehmung als Prozess äußern sich manchmal in optischen Sensitivitäten (OS), die zu visuellem Stress und Störungen der Wahrnehmung führen können.

 

Da Hochsensitivität als fundamental angesehen werden kann, treten optische Sensitivitäten beispielsweise vermehrt bei Hochsensiblen (HSM), hochbegabten Minderleistern (Underachievern), LRS-Schwächen, AD(H)S-Problematiken, Asperger & Autismus und Synästhetikern auf.


Kennzeichen von visuellem Stress

Anstrengungsproblematiken

  • Augenreiben, Blinzeln oder Stirnrunzeln
  • Kopfschmerzen
  • Brennende oder tränende Augen
  • schnelle Ermüdung, beim Lesen einschlafen
  • nicht gern basteln, malen, puzzeln, mit der Schere schneiden
  • Lichtempfindlichkeit: am liebsten im Schatten sein/spielen

Problematiken aufgrund von Sehunruhe

  • häufiges Verrutschen in der Zeile
  • auffällige Kopfhaltung beim Lesen, z.B. mit der Nasenspitze am Heft
  • schlechte, unruhige Erkennung von Schrift, kurzzeitiges Doppelsehen
  • Probleme mit Buchstabengruppen, langen Wörtern
  • Probleme beim Blickwechsel von Fern auf Nah oder umgekehrt
  • Probleme mit starkem Kontrast (weißer Hintergrund)
  • ineffizientes, mühsames und langsames Lesen oder sehr flüchtiges und fehlerhaftes Lesen

Weitere Wahrnehmungsproblematiken:

  • Linien können nicht gehalten werden
  • stark unregelmäßige Zwischenräume von Wörtern
  • viele Fehler beim Abschreiben einer Vorlage
  • verminderte Tiefenwahrnehmung, schlecht Bälle fangen, Probleme bei Federball, Tennis o.ä.
  • die Feinmotorik (Graphomotorik) scheint ungeschickt und wenig koordiniert
  • oft anrempeln oder stolpern

Farbfilter schaffen Abhilfe

Oftmals genügen kleine Hilfsmittel, die spezielle Farbfilter enthalten, um optische Sensitivitäten, visuellen Stress und Wahrnehmungsstörungen bzw. Irritationen zu beseitigen oder abzumildern. Falls Sie das Gefühl habe dies könnte auf Sie, oder Ihr Kind zutreffen, dann finden Sie hier einen Test, der Ihnen erste Hinweise geben kann.

Visueller Stress geht nicht von selbst weg, daher ist es ratsam etwas dagegen zu tun.

Optische Hochsensitivität ist nicht selten und betrifft:

 

  • 12%-14% der allgemeinen Bevölkerung
  • 46% der Kinder und Erwachsenen mit Lese- und Lernproblemen
  • 33% der Kinder und Erwachsenen mit AD(H)S Symptomatik
  • 33% von Menschen mit einem autistischen Spektrum
  • 55% derjenigen Personen mit Kopfverletzungen, Gehirnerschütterungen, Schleudertraumata

Quelle:Irlen

Weiterführende Informationen:


Doris Safra und Fritz Steiner

Irlen-Syndrom, Asthenopie und Leseschwäche


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