Berühmte Hochsensible

In Biographien einiger prominenter Persönlichkeiten wird eine hohe Sensibilität immer wieder angesprochen und herausgestellt, sodass davon auszugehen ist, dass sie zu den HSM zählten. Oftmals waren (sind) sie Künstler, aber auch Philosophen, Wissenschaftler und Ärzte. Ob Lady Di, Chagall, Beethoven, Goethe, Schopenhauer, Nietzsche, Einstein, Paracelsus, Schweitzer, oder Picasso, sie haben uns alle auf die eine, oder andere Art und Weise davon erzählt.

Hier erfahren sie nun, was Pablo Picasso mir darüber "erzählt" hat.



Zu Gast in meinem Wohnzimmer


In meinem Wohnzimmer hängt ein Bild von Pablo Picasso, es heißt Massaker in Korea. Sie sehen mich auf meinem Facebook Profil vor diesem Bild stehen. Der Picasso ist natürlich nicht echt, sieht dem Original aber verblüffend ähnlich. Das Bild hat seine ganz eigene Geschichte und hier beginnt sie...


 

Wie ein Picasso zu mir kam


Einzelheiten kann ich nicht erzählen, aber eines Tages bekam ich ein Bild von einem ehemaligen Strafgefangenen geschenkt. Er hatte es während seiner Haftzeit gemalt. Es war eine Fälschung von Pablo Picasso´s Massaker in Korea von 1951. Es ist übrigens hervorragend gefälscht und Sie können sich vielleicht denken, was es weiteres damit auf sich hat?

Wie auch immer –
Massaker in Korea besteht aus zwei getrennten Leinwänden und ist ungefähr 2 M x 1 M groß. Zwei Leinwände hat es deshalb, weil eine Gefängniszelle nicht so groß ist, als dass man eine große Leinwand hätte darin aufstellen -geschweige denn darin malen- können. Dem Bild tut es jedoch keinen Abbruch, sondern passt noch auf andere Weise zur Darstellung.

 


Die „Knochenmänner“


Als die „Knochenmänner“ aufgehängt wurden, machte das Bild mir Angst. Es war so eine gruselige Szene abgebildet und ich wusste nicht recht, ob ich mich damit umgeben wollte. Es wird berichtet, dass Picasso das Bild als Protest gegen die Invasion der Amerikaner in Korea gemalt hat. Die Szene soll sich auf die Erschießung von Zivilisten in Sinchon, Südkorea, im Jahre 1950 durch amerikanische Truppen beziehen. Picasso setzte sich aktiv für den Frieden ein und seine weiße Taube auf einem Plakat, welches er im Jahr 1949 für den Pariser Weltfriedenskongress entwarf, wurde weltweit zum Friedenssymbol.
Ich sah auf jeden Fall seine Absicht dahinter und lies das Bild erst einmal auf mich wirken. Ich beschloss, es eine Weile hängen zu lassen. Auch hatte ich irgendwie das Gefühl, im Bild ist ein Rätsel verborgen. Aus diesem Grund besorgte ich mir Interpretationen von Kunstexperten, aber diese Beschreibungen konnte mir keine Antwort auf mein Gefühl geben.
Dann, eines Tages -wie an sich jeden Tag- blickte ich den Picasso an und sah, was Pablo mir damit sagen wollte.

 


Das Bild kann sprechen


Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, sagt man und plötzlich erkannte ich, dass mein Picasso "sprechen" konnte. Er sagte:

 

Natürlich bin ich auch hochsensibel, so wie viele Künstler es sind. Viele Berühmtheiten tragen diesen Wesenszug in sich, von Philosophen über Dichter bis hin zu Wissenschaftlern. Es ist eine Art unsichtbarer Gemeinschaft, wie Albert Einstein es formuliert hat und in gewissem Sinne ist Sensibilität eine notwendige Voraussetzung für ihr -und mein- Schaffen.

In meinem Bild Massaker in Korea möchte ich etwas mehr dazu erzählen. Dazu habe ich vordergründig eine reale Begebenheit genommen und dargestellt. Mir war es aber wichtig das Prinzip darzustellen, welches hier am Werke ist. Die Urformel, wenn man so will. Ich habe nämlich die Gabe tiefer in die Welt zu schauen und den Dingen auf den Grund zu gehen. Das konnte ich immer schon sehr gut, es ist mir quasi in die Wiege gelegt worden. Dennoch hatte ich eines Tages ein Erlebnis, bei dem es bei mir „Klick“ gemacht hat. Ich fühlte mich, als hätte mir jemand eine Brille geschenkt, so klar und deutlich lag die Welt nun plötzlich vor mir. Ich konnte die Dinge des Hintergrundes wahrnehmen und meine Bilder davon erzählen lassen. 

Ich sehe die Welt in Gut und Böse aufgeteilt. Es gibt diejenigen Menschen, die andere unterdrücken und diejenigen, die sich nicht wehren können. Beides gehört zusammen, denn was wären die Unterdrücker, wenn es keine Unterdrückten geben würde? Dann würde die Welt still und ruhig werden, denn Gut und Böse ständen sich nicht mehr gegenüber, sondern wären eins.

Auf der rechten Seite habe ich also das Böse gemalt. Es ist zeitlos, denn die Männer kommen aus allen Epochen. Sie haben Schwerter, wie im Mittelalter und Maschinengewehre, wie in der Neuzeit. Mittendrin steht ein Ägypter, er kämpft mit Pfeil und Bogen.

Vorne trägt ein Mann auf seinem Panzer das Symbol des Abraxas. Er wird für gewöhnlich mit einem menschlichen Rumpf, einem Hahnenkopf und Schlangenfüßen dargestellt. Er symbolisiert die fünf Urkräfte: Geist, Wort, Vorsehung, Weisheit und Macht. Damit zeige ich im Bild meine Anschauung über die Welt. Hermann Hesse schrieb dazu: „(…) unser Gott heißt Abraxas und er ist Gott und ist Satan, er hat die lichte und die dunkle Welt in sich. (…) Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören. Der Vogel fliegt zu Gott. Der Gott heißt Abraxas.“ Der Psychoanalytiker C.G. Jung sagt über Abraxas, dass er pure Wirkung ist. Ihm steht nichts entgegen als das Unwirkliche.

Auf der linken Seite ist das Gute in Menschengestalt. Auch hier ist die Darstellung zeitlos. Es gibt Männer, Frauen, scheinbare Aliens, Kinder und Ungeborene. Der Vater hält sein Kind mit Engelsflügeln und das Kind hat ein zweites Gesicht. Wenn man von rechte schaut, dann erkennt man den Geist von Abraxas. Das Geistige gehört zu den Guten.

In der Mitte spielt ein Kind mit vier Murmeln, als wenn ihn die Szene gar nichts anginge. Das ist die Zeit. Jung schreibt: „Die Zeit ist ein Kind, spielend wie ein Kind. Ein Brettspiel spielend – das Königreich des Kindes".

Ganz links im Bild zeigt sich Mutter Erde in braun und überall im Bild sieht man ihre tiefen Wunden. Das ist die Welt. So funktioniert sie. Sie lebt von der Dynamik des Guten und des Bösen. Sie lebt von Yin und Yang. Aber so wie die eine Seite Macht hat, so hat auch die andere Seite Macht und es die Aufgabe des Guten das Gleichgewicht der Kräfte herzustellen. Geist(-igkeit), Vorsehung und Weisheit sind die Stärken der Sensiblen und das möchte ich Dir sagen.

 

Was erzählt Ihnen das Bild?


Interpretationen sind natürlich immer subjektiv und meine Sichtweise muss nicht richtig sein. Für mich ist sie richtig, aber für Sie ist vielleicht etwas anderes richtig? Ich finde es trotzdem erstaunlich, dass ein Bild mich derart fesseln kann. Ich besitze es schon über 10 Jahre und es hat nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Es erscheint mir auch nicht mehr gruselig, sondern mehr als vertraut, denn ich kann es mit meiner Arbeit in Verbindung bringen. Ich möchte „meinen“ Picasso nicht mehr missen, für mich ist er von unschätzbarem Wert.


Wenn Sie mir dazu einen Kommentar zukommen lassen möchten, oder ähnliches erlebt haben, dann schreiben Sie mir doch etwas auf Facebook dazu. Ich würde mich freuen,

Ihre Birgit Trappmann-Korr