Müde? Antriebslos? Trübe Stimmung?

Was in der dunklen Jahreszeit wirklich hilft!


Wenn die Tage kürzer und trüber werden, verdunkelt sich häufig auch die Stimmung. Manche Menschen werden sogar ausgesprochen depressiv. Sie fühlen sich niedergeschlagen, können sich zu nichts aufraffen und haben nicht einmal Lust, sich zu bewegen. Sie entwickeln Heißhunger auf Süßigkeiten, Nudeln, Kartoffeln und andere kohlenhydrathaltige Speisen, legen an Gewicht zu und würden am liebsten rund um die Uhr schlafen.

Der Winter-Blues

Fast alle Menschen erleben Stimmungsschwankungen mit den sich ändernden Jahreszeiten, aber Hochsensible/ -sensitive (HSM) erleben dieses Phänomen oftmals ganz intensiv. Ihre Gefühlswelt wird mit unter doppelt und dreifach erlebt und sie reagieren sensibel auf Umweltveränderungen. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen der „Saisonal Abhängigen Depression“ (SAD) und sie reichen von leichten Verstimmungen bis hin zu massiven psychischen und physischen Einschränkungen.

Lichttherapie ist ein anerkanntes Verfahren

In den achtziger Jahren entdeckten Wissenschaftler, dass die herbstlich-winterliche Depression (SAD) mit hellem weißen Licht erfolgreich behandelt werden kann. Licht wirkt aber auch bei Depressionen anderer Ursache und auch augenscheinlich gesunde Menschen profitieren deutlich von einer Lichttherapie.

Dabei wird das Sonnenlicht oder das Licht heller Therapielampen über das Auge des Patienten aufgenommen und über den Sehnerv zur inneren Uhr im Gehirn, dem SCN (nucleus suprachiamaticus), geleitet, wo dann verschiedene Gehirnbotenstoffe ausgeschüttet werden. Nach etwa vier Tagen geht es den Betroffenen deutlich besser. Schlaf, Stimmung und Antrieb werden normalisiert, die depressiven Symptome nehmen deutlich ab oder verschwinden.

 

Lichtlampen und ihre Wirkweise

 

Durch die innere Uhr werden Fortpflanzung, Winterschlaf, Appetit, Wohlbefinden, Schlaf gesteuert. Das wiederum wird durch die Tageslänge eingestellt. Wenn die Tage im Herbst kürzer werden, bewirkt der Lichtmangel eine höhere Melatonin-Produktion im Körper. Spaziergänge an frischer Luft versorgen uns zwar mit Licht, aber mancher verlässt berufsbedingt morgens im Dunkeln das Haus und kehrt erst abends im Dunkeln zurück, so dass der Melatoninspiegel rapide ansteigt.

Melatonin ist ein Hormon, das für den Schlafbedarf zuständig ist. Dieser sinnvolle Mechanismus bewirkt, dass wir im allgemeinen müde werden, wenn es dunkel wird. Das helle Licht bringt bei richtiger Anwendung die innere Uhr wieder in ihren Takt und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Neurotransmitter Serotonin wieder in höherer Konzentration vorliegt. Serotoninmangel ist Ursache jeder Depression. Dieser Gehirnbotenstoff sorgt für die Informationsübermittlung von Gehirnzelle zu Gehirnzelle. Wenn diese Informationsübermittlung wieder gut funktioniert, kann man wieder besser denken, besser fühlen, besser schlafen, das Leben wieder intensiver genießen. Denkhemmung, Gefühlshemmung, Konzentrations- Schlaf- und auch Verhaltensstörungen wie z.B. Angstzustände lassen deutlich nach oder verschwinden ganz. Lichttherapie findet inzwischen ebenso sehr erfolgreich Anwendung bei Schlafstörungen, Jet-lag (Zeitzonenwechsel), Altersdepression und Störungen der inneren Uhr durch Schichtarbeit. Auch Gesunde können ihr gesamtes Wohlbefinden, ihre Leistungsfähigkeit durch Licht nachweislich erhöhen.

 

Muss ich mir eine Lichtlampe kaufen?

 

Natürlich nicht!

In einigen Arztpraxen und Kliniken finden Sie entsprechende Geräte. Es kommt natürlich auch immer darauf an, inwieweit Sie sich beeinträchtigt fühlen. Lichtlampen bekommt man nicht zum Schnäppchenpreis, aber einmal angeschafft, leisten sie immer wieder gute Dienste. Im Büro, Zuhause und vielleicht auch als sinnvolles Geschenk für einen lieben Menschen?

Wenn auch Sie Erfahrungen ähnlicher Art gemacht haben, dann dürfen Sie mir gerne einen Kommentar hinterlassen.

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Birgit Trappmann-Korr

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